Unerfüllter Kinderwunsch

Alternative Wege

 

Man spricht von Unfruchtbarkeit, wenn ein Paar seit mindestens einem Jahr regelmäßig ungeschützten Geschlechtsverkehr hat und es dennoch nicht zu einer Schwangerschaft kommt. In Deutschland bleibt heute zirka jede siebente Partnerschaft ungewollt kinderlos – Tendenz steigend. Dieses Problem kann eine Partnerschaft stark belasten und vielfältige Gründe haben.

 

Aus schulmedizinischer Sicht sind das bei Frauen häufig:

- Hormonelle Störungen

- Fehlbildungen der inneren Geschlechtsorgane (Eierstöcke, Eiliter, Gebärmutter)

- Endometriose.

 

Bei Männern kommen in Frage:

- Eine gestörte Hodenfunktion

- Bakterielle Verunreinigungen des Samens

- Ein Hodenhochstand.

 

Auch eine Antikörperbildung gegen Ei- oder Samenzellen sowie Chromosomenanomalien sind als Ursache denkbar.

 

Die moderne Reproduktionsmedizin kennt mehrere Varianten der künstlichen Befruchtung. Die Erfolgsrate liegt bei einmaliger Anwendung zwischen 20 und 30 %, bei viermaliger Anwendung zwischen 50 und 60 Prozent.

 

Das Modell der chinesischen Medizin differenziert als ganzheitliches System – ähnlich wie die klassische Homöopathie nach Hahnemann- weniger im Detail, sondern erfaßt den Menschen in seiner Gesamtheit von Körper und Geist. Man spricht von energetischen Fülle- und Leeremustern, die es zu harmonisieren gilt. Die Namen der chinesischen Syndrommuster bei Unfruchtbarkeit klingen für unsere Ohren gewöhnungsbedürftig. Die Erfahrungen der chinesischen Medizin sind in Jahrtausenden gewachsen, zumal in China die Fortentwicklung der Familie einen hohen Stellenwert besass und dementsprechend viel Wert auf deren Sicherstellung gelegt wurde.

 

Leere-Muster bezeichnet man etwa als:

"NierenYang- oder Yin-Schwäche"

"Blut(energie)mangel"

"Nierenessenzschwäche".

 

Fülle-Muster tragen Namen wie:

"Kälte in der Gebärmutter"

"Blut-Hitze oder –Stagnation"

"Feuchtigkeit im unteren Erwärmer".

 

Was sich für uns so fremdartig anhört, ist über Jahrtausende gewachsene Erfahrungsmedizin mit dem Hintergrund der asiatischen Philosophie von Yin und Yang, den beiden sich immer wieder gegenseitig erneuernden Gegensatzsymbolen.

Behandelt werden diese Muster in erster Linie mit Akupunktur und Moxibustion, einer Wärmetherapie unter Zuhilfenahme von Beifußkraut . Hinzu kommen die chinesische Ernährungslehre und im Bedarfsfalle auch Heilkräuter.

 

Allerdings werden nicht nur die zwölf Hauptmeridiane der chinesischen Medizin behandelt, auf denen die 365 Hauptakupunkturpunkte liegen, sondern insbesondere auch drei der acht außerordentlichen –oder Wundermeridiane, die einen besonderen Bezug zu Fruchtbarkeit und Fortpflanzung haben.

 

Diese heißen:

Chong Mai ( Meer des Blutes)

Ren Mai ( See des Yin)

Du Mai (See des Yang)

 

In der chinesischen Medizin wird eine spezielle Form der Pulsdiagnose zu Hilfe genommen, bei der anhand von zwölf verschiedenen Messpunkten der Energiestatus der Meridiane des Patienten festgestellt werden kann. Danach wird eine Diagnose erstellt und die notwendige Therapie darauf ausgerichtet.

 

Die Dauer der Behandlung hängt -genau wie in der Schulmedizin- sehr stark vom Einzelfall ab. Sie kann zwischen zwei und sechs Monaten variieren, unter Umständen aber auch länger dauern.

 

Die Erfolgschancen dieser alternativen Therapie sind denen der konventionellen Behandlungsmethoden mindestens ebenbürtig, ihre Vorzüge liegen auf der Hand: Da weder operiert wird noch Hormone zum Einsatz kommen, ist die Behandlung so gut wie nebenwirkungsfrei.